Geschichte der Burgergemeinde Bern
Die moderne Burgergemeinde Bern entstand im Jahr 1832. In den sogenannten Regenerationsjahren (1831–1848) erhielt der Kanton Bern mit der Staatsverfassung von 1831 eine demokratische und liberale Ordnung. Damals wurde das System der getrennten Einwohner- und Burgergemeinden eingeführt – so wie wir es heute kennen. Mit der Neuorganisation des Gemeindewesens im Jahr 1832 begann die moderne Geschichte der Burgergemeinde Bern.
Güter- und Verwaltungsausscheidung
Im Jahr 1852, nach der Wahl Berns zur Bundesstadt, wurden die Aufgaben und Güter zwischen der Einwohnergemeinde und der Burgergemeinde aufgeteilt. Die Burgergemeinde Bern behielt die Vermögensteile, die seit 1803 als Burgergut galten. Dazu gehörten unter anderen das burgerliche Allmend- und Forstgut, Felder und Grasplätze ausserhalb der damaligen Stadtgrenze, die burgerlichen Waisenhäuser, das Burgerspital, die Stadtbibliothek, die musealen Sammlungen samt Bibliotheks- und Museumsgebäude, der Botanische Garten sowie die Depositokasse, die städtische Bank.
Der «Burgersturm»
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stellten damals radikal genannte freisinnige Kräfte die Verwendung der Burgergüter und die Verteilung des damals noch ausgerichteten Burgernutzens infrage. Diese Bewegung ging als «Burgersturm» in die Geschichte ein. 1885 scheiterte ein kantonaler Verfassungsentwurf, der die Aufhebung der Burgergemeinden zum Ziel hatte. Erst von da an war die Existenz der Burgergemeinden gesichert und wurde in den Kantonsverfassungen von 1893 und 1993 garantiert. Der Burgernutzen wurde in der Burgergemeinde Bern 1888 abgeschafft.
Zum Wohle Berns
Die Burgergemeinde Bern richtet seit dem Ausscheidungsvertrag von 1852 ihre vielfältige Tätigkeit auf das Gesamtwohl der Kantonshauptstadt aus. Bis heute unterstützt und fördert sie dieses mit eigenen Institutionen sowie mit freiwilligen materiellen und ideellen Beiträgen zugunsten öffentlicher Werke.
Geschichtliche Publikationen
In verschiedenen Publikationen werden – neben den Verwaltungs- und Geschäftsberichten – die zentralen Meilensteine, Hintergründe und Zusammenhänge der Geschichte der Burgergemeinde Bern beleuchtet. Von den Anfängen im 19. Jahrhundert bis heute. Entdecken Sie spannende Einblicke in die historische Entwicklung.
Ende 2023 widmete sich das Online-Portal Hauptstadt in einem zehnteiligen Schwerpunkt der Burgergemeinde Bern. Die Serie beleuchtet Fragen wie: Wie ist die Burgergemeinde entstanden? Woher stammen ihre Mittel? Wie beeinflusst sie die Stadtentwicklung und Kultur? Welche Rolle spielt sie bei Themen wie Energie oder Wald?
Das zweibändige Werk «Von Bernern & Burgern» umfasst 864 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. Die Autorinnen und Autoren Birgit Stalder, Martin Stuber, Sibylle Meyrat, Arlette Schnyder und Georg Kreis beleuchten Entwicklungen und Kontinuitäten im Umgang mit Grundbesitz, Einbürgerung sowie in der Kultur- und Sozialpolitik.
In der Berner Zeitschrift für Geschichte (71. Jahrgang, 2009, Heft 3) veröffentlichte Dr. Christophe v. Werdt einen Aufsatz über den Ausscheidungsvertrag von 1852 zwischen der Burger- und der Einwohnergemeinde Bern. Darin analysiert er die relevanten Quellen.
Die Burgergemeinde Bern hat einen Teil ihrer Geschichte erforscht und den Quellenbericht zu den Jahren 1930-1945 veröffentlicht. Dieser steht der Öffentlichkeit zur Verfügung.
Download Schlussfolgerung Quellenbericht