Waldbewirtschaftung
Die Burgergemeinde Bern gehört zu den grössten Waldeigentümerinnen der Schweiz. Der burgerliche Forstbetrieb pflegt und bewirtschaftet die rund 3'700 Hektaren Wald der Burgergemeinde Bern – naturnah, nachhaltig und mit Blick auf die heutigen und die kommenden Generationen. Weiter betreut er im Auftrag anderer Eigentümer rund 500 Hektaren Wald.
Naturnah und mit Weitblick
Der Forstbetrieb betreibt als Kompetenzzentrum für Waldpflege im urbanen Umfeld eine naturnahe und nachhaltige Waldbewirtschaftung nach hohen ökologischen Standards. Damit leistet er einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der CO2-Bilanz. Ziel der Bewirtschaftung ist es, die vielfältigen Waldleistungen – insbesondere angesichts des Klimawandels – für heutige und kommende Generationen nachfragegerecht zu sichern. Die Wälder der Burgergemeinde Bern sind multifunktional und müssen verschiedenen Zielen wie Holzproduktion, Freizeit und Erholung, Schutz und Ökologie gerecht werden. Jeder Wald hat einen Schwerpunkt, der vor den anderen Zielen Vorrang hat. Alle Gewinne aus der Waldbewirtschaftung sind zweckgebunden und werden wieder in den Wald investiert.
- Der Forstbetrieb pflegt und bewirtschaftet die rund 3'700 Hektaren Wald der Burgergemeinde Bern. Weiter betreut er im Auftrag anderer Eigentümer rund 500 Hektaren Wald.
- Er erntet jährlich rund 30'000 bis 40'000 Kubikmeter Holz und trägt zur Versorgung mit dem ökologischen, klimaschonenden und nachwachsenden Rohstoff Holz bei.
- Der Bevölkerung in und um Bern stellt er rund 390 Hektaren Wald mit dem Schwerpunkt Erholung zur Verfügung und ermöglicht vielfältige sportliche, pädagogische oder kulturelle Anlässe und Angebote.
- Um totholzliebende Arten zu fördern und um Naturräume zu vernetzen, hat der Forstbetrieb über den gesamten bewirtschafteten Wald und alle 15 Hektaren eine Altholzinsel mit insgesamt rund 15’000 Habitatbäumen ausgeschieden. Auf einem Teil der Waldfläche verzichtet er komplett auf eine Bewirtschaftung, um anspruchsvolle Tier- und Pflanzenarten zu fördern.
- Er unterhält ein Netz von über 235 Kilometer Waldstrassen und vermietet für Anlässe drei Waldhütten.
- Für Dritte bietet er forstliche Dienstleistungen an, führt im Mandat die Geschäftsstelle der Berner Waldbesitzer BWB und engagiert sich als Praxispartner in Forschung und Weiterbildung.
Übersicht der Aufgabenbereiche
- Bewirtschaftung und Pflege der Wälder der Burgergemeinde Bern und Dritter
- Interessenvertretung der Burgergemeinde als Waldeigentümerin
- Beratung und weitere Dienstleistungen sowie Kooperationen u.a. mit forstlichen und forstverwandten Organisationen
- Engagement für Lebensqualität in der Agglomeration Bern
- Aktive und kompetente Information über Belange von Waldwirtschaft, Wald und Natur (Führungen, Exkursionen)
- Begleitung/Betreuung von Studienarbeiten von Studierenden der Forstwissenschaften
Bewirtschaftungsgrundsätze
Der Forstbetrieb bewirtschaftet die Wälder nach festgelegten Bewirtschaftungsgrundsätzen. Diese unterscheiden sich je nach Vorrangleistungen.
Vorrang Holzproduktion
In rund 75% der Wälder der Burgergemeinde Bern steht die Holzproduktion im Vordergrund. Holz ist ein nachwachsender, ökologischer Rohstoff und spielt eine wichtige Rolle im Klimaschutz.
Die Schweiz verbraucht mehr Holz als ihre eigenen Wälder derzeit liefern. Obwohl unsere Wälder genug Holz nachhaltig bereitstellen könnten, wird ein erheblicher Teil aus dem Ausland importiert. Oft aus Ländern, in denen Wälder weniger streng geschützt sind als in der Schweiz und deshalb übernutzt oder gar zerstört werden. Mit der nachhaltigen Holzproduktion leistet die Burgergemeinde Bern deshalb einen Beitrag, um den ökologischen Fussabdruck der Schweiz zu verringern.
Unsere Grundsätze in Holzproduktionswäldern
- Wir betreiben standortgerechten und nachhaltigen Waldbau.
- Die Baumarten verteilen wir langfristig etwa zur Hälfte auf Nadel- und Laubbäume.
- Die meisten Bäume werden geerntet, wenn sie einen Stammdurchmesser von 50–60 cm erreicht haben.
- Besonders wertvolle Bäume dürfen länger und über diesen Durchmesser hinauswachsen.
- Wo möglich, setzen wir auf Naturverjüngung – junge Bäume wachsen aus den Samen alter Bäume nach.
- Wir schützen den Waldboden, indem wir nur auf längerfristig angelegten Waldstrassen und Rückegassen fahren und Befahrungsschäden vermeiden.
- Wir pflanzen klimataugliche Baumarten, damit der Wald auch in Zukunft stabil bleibt.
Vorrang Wohlfahrt und Erholung
Die Stadtwälder sind wichtige Naherholungsgebiete. Zu diesen Wäldern gehören die Engewälder, der Bremgartenwald Süd, das Dählhölzli, das Steinhölzli, das Egghölzli, der Wilerwald, der Schosshaldenwald und das Fischermätteli. Hier steht die Erholung der Bevölkerung im Vordergrund. Eingriffe erfolgen deshalb in erster Linie zur Sicherheit der Besucherinnen und Besucher. Gleichzeitig achten wir darauf, dass sich die Wälder kontinuierlich und nachhaltig erneuern – damit auch künftige Generationen grosse, alte Bäume erleben können.
Da diese Wälder sehr stark genutzt werden, ist ihre Pflege besonders anspruchsvoll.
Unsere Grundsätze in Erholungswäldern
- Sicherheit zuerst: Wir sorgen für einen hohen Sicherheitsstandard zum Beispiel entlang von Waldstrassen oder offiziellen Feuerstellen.
- Stabilität sichern: Die Wälder werden so bewirtschaftet, dass sie langfristig gesund und standfest bleiben.
- Die Natur machen lassen: Wo immer möglich, setzen wir auf Naturverjüngung – junge Bäume wachsen aus den Samen älterer Bäume nach.
- Boden schützen: Wir nutzen langfristig angelegte Rückegassen, um den Waldboden zu schonen.
- Anpassung an den Klimawandel: Wir pflanzen klimataugliche Baumarten, damit der Wald auch in Zukunft stabil bleibt.
Vorrang Schutz und Ökologie
Wälder erfüllen auch eine Schutzfunktion: Sie bewahren Menschen und Siedlungen vor Naturgefahren wie Steinschlag oder Lawinen. Während dies im Mittelland nur wenige Flächen betrifft, sind es im Berner Oberland deutlich mehr.
Darüber hinaus besitzt die Burgergemeinde Bern Waldgebiete, die als Lebensraum für seltene und bedrohte Arten besonders wertvoll sind.
Auf diesen speziellen Flächen richten wir die Bewirtschaftung gezielt nach ökologischen Zielen aus. Das bedeutet:
- In manchen Bereichen fördern wir mit gezielten Eingriffen lichtliebende Pflanzen- und Tierarten.
- In anderen Gebieten verzichten wir ganz auf die Nutzung und schaffen so wertvolle Naturreservate.
So tragen wir dazu bei, die Biodiversität zu sichern und unsere Wälder widerstandsfähig für die Zukunft zu machen.
Revierauftrag
Der Forstbetrieb der Burgergemeinde Bern erbringt im Auftrag des Kantons Bern hoheitliche Leistungen, so genannte Revieraufgaben.
Engagement in Lehre und Forschung
Der Forstbetrieb engagiert sich in der Ausbildung von künftigen Forstfachleuten. Er begleitet und betreut Arbeiten von Studieren der Forstwissenschaften und bietet Praktikumsplätze an. Für studentische oder wissenschaftliche Forschungsprojekte stellt er geeignete Waldflächen zur Verfügung und profitiert im Gegenzug von aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen.
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