WünschBar – Wenn Muskeltraining sozial wird

Ein Mittel gegen Polarisierung in der Gesellschaft: Das Projekt WünschBar, welches von der Burgergemeinde Bern unterstützt wird, stellt sich vor.

Soziales Engagements & Projekte
Team der WünschBar sitzt an einem Tisch

TEXT: PAULA KÜHNE, BILD: LEA MOSER

Gesellschaftlicher Zusammenhalt ist wie ein Muskel: Wird er nicht trainiert, verliert er an Kraft. Mit dem neuen Quartierformat WünschBar wollen engagierte Menschen aus verschiedenen sozialen Bereichen dabei helfen, diesen „sozialen Muskel“ zu stärken. Das Projekt WünschBar wurde am Ideenwettbewerb „inspiration“ eingegeben und gelangte nicht unter die Erstplatzierten. Die Burgergemeinde ist jedoch vom Potenzial des Formats überzeugt und hat es mit einem einmaligen Beitrag unterstützt.

Was macht das Projekt besonders?

Cindy Baumann, Mit-Initiantin des Projekts, erklärt im Interview, dass die WünschBar Menschen aus unterschiedlichen Lebenswelten an einen Tisch bringen soll. Hier liegt die grösste Herausforderung des Projekts. Über den Einbezug von lokalen Multiplikator:innen aus verschiedenen sozio-ökonomischen Bereichen soll an jedem Tisch eine diverse Mischung an Teilnehmenden entstehen. In kleinen Runden teilen sie ihre Wünsche und Gaben:

Was wünsche ich mir? Was kann ich geben?

Ob Steuerhilfe, ein Kochrezept oder einfach ein Lied – vieles ist möglich, nichts muss. Durch diese Offenheit entstehen Begegnungen, die über das oberflächliche Gespräch hinausgehen und in kurzer Zeit neue Verbindungen schaffen. Moderation hilft, Hemmschwellen abzubauen, direkt in ein tieferes Gespräch zu kommen und sich in erster Linie als Menschen zu begegnen – mit Wünschen, Träumen und den verschiedensten Gaben.

Das Format ist inspiriert vom internationalen „Social Muscle Club“ und wird in Bern erstmals als niederschwellige Nachbarschaftsinitiative umgesetzt. Musik, Essen und künstlerische Beiträge sorgen für eine einladende Atmosphäre und bieten einen Eisbrecher für Gespräche. Ziel ist es, gesellschaftlichen Zusammenhalt zu einer Gewohnheit zu machen – wie Sport, nur für unsere zwischenmenschlichen Fähigkeiten.

Warum ist das wichtig?

In einer Zeit zunehmender Polarisierung und Unsicherheit schafft WünschBar Räume für Dialog und Verständnis. Menschen, die sonst kaum miteinander in Kontakt kommen, begegnen sich auf Augenhöhe. So entstehen Momente der Hoffnung, Inspiration und konkreten Unterstützung – vom Babysitten bis zur Steuerberatung.

Wie geht es weiter?

Die erste Veranstaltung findet am 18. Februar um 15.00 Uhr im Haus der Bewegungen statt. Weitere Anlässe sind in Planung: jeweils begleitet von Musik, Essen und kreativen Impulsen. Langfristig soll ein Leitfaden entstehen, damit das Format auch in anderen Quartieren umgesetzt werden kann.

"Unser Traum: Ein Netzwerk von WünschBars in allen Berner Quartieren – kleine Funken, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken. Das gesammelte Wissen und das erstellte Konzept würden wir bei Interesse gerne mit anderen Quartieren teilen, damit diese ebenfalls vergleichbare Formate entwickeln können." – hebt Cindy Baumann hervor.

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